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N° 4285

Historisches bewahren. Neues gestalten.

Am Rosen­berg in Bocholt ver­bin­det STUDIO S Archi­tek­ten ein denk­mal­ge­schütz­tes Köt­ter­haus mit zeit­ge­nös­si­scher Wohn­ar­chi­tek­tur. Ein sen­si­bel geplan­ter Neu­bau fügt sich zwi­schen den alten Baum­be­stand ein und schafft gemein­sam mit dem his­to­ri­schen Gebäu­de ein außer­ge­wöhn­li­ches Ensem­ble aus Archi­tek­tur, Natur und Geschich­te.

Kötterhaus am Rosenberg – Denkmal und Neubau im Dialog

Am Rosen­berg in Bocholt ent­steht ein beson­de­res Wohn­ensem­ble, bei dem his­to­ri­sche Bau­sub­stanz, zeit­ge­nös­si­sche Archi­tek­tur und ein wert­vol­ler alter Baum­be­stand zusam­men­ge­führt wer­den. STUDIO S Archi­tek­ten plant die behut­sa­me Umnut­zung und Sanie­rung des denk­mal­ge­schütz­ten Köt­ter­hau­ses sowie ein neu­es, frei­ste­hen­des Ein­fa­mi­li­en­haus mit Well­ness­be­reich, Car­port und Neben­an­la­gen.

Ziel unse­res Ent­wurfs ist es, das his­to­ri­sche Gebäu­de dau­er­haft zu erhal­ten und gleich­zei­tig eine neue archi­tek­to­ni­sche Ebe­ne hin­zu­zu­fü­gen. Nicht durch eine Nach­ah­mung des Bestands, son­dern durch einen bewusst eigen­stän­di­gen Neu­bau, der sen­si­bel auf den beson­de­ren Ort reagiert.

Das historische Kötterhaus wird wieder zum Wohnhaus

Das denk­mal­ge­schütz­te Köt­ter­haus stammt aus der Mit­te des 17. Jahr­hun­derts und gehört als ältes­tes bekann­tes Wohn­haus, zu den bedeu­ten­den his­to­ri­schen Gebäu­den Bocholts. Nach unter­schied­li­chen Nut­zun­gen und einer län­ge­ren Pha­se des Leer­stands erhält das Gebäu­de mit der geplan­ten Umnut­zung wie­der eine dau­er­haf­te Wohn­funk­ti­on.

Der Bestand bleibt dabei in sei­ner cha­rak­te­ris­ti­schen Erschei­nung weit­ge­hend erhal­ten. Die Pla­nung kon­zen­triert sich auf geziel­te Ein­grif­fe im Inne­ren sowie ein­zel­ne neue Fens­ter- und Dach­öff­nun­gen. His­to­ri­sche Ele­men­te wer­den berück­sich­tigt und vor­han­de­ne Struk­tu­ren wie­der stär­ker räum­lich erleb­bar gemacht. Im Inne­ren ent­steht dar­aus ein hoch­wer­ti­ges, zeit­ge­mä­ßes Wohn­kon­zept.

Ein moderner Pavillon zwischen alten Bäumen

Dem his­to­ri­schen Köt­ter­haus stel­len wir bewusst kei­ne zwei­te tra­di­tio­nel­le Archi­tek­tur gegen­über. Der Neu­bau wird als leich­ter, ein­ge­schos­si­ger und über­wie­gend trans­pa­ren­ter Bau­kör­per ent­wi­ckelt. Holz- und Glas­fas­sa­den sowie ein begrün­tes Flach­dach prä­gen sei­ne Erschei­nung.

Sei­ne orga­ni­sche Geo­me­trie ist eine direk­te Reak­ti­on auf den Ort. Statt das Grund­stück für das neue Gebäu­de frei­zu­räu­men, ent­wi­ckelt sich die Archi­tek­tur zwi­schen dem vor­han­de­nen Baum­be­stand. Die prä­gen­den Eichen wer­den Teil des räum­li­chen Kon­zep­tes. Gleich­zei­tig hält die Posi­tio­nie­rung des Neu­baus eine wich­ti­ge Sicht­ach­se auf das his­to­ri­sche Köt­ter­haus frei.

Alt und Neu blei­ben dadurch klar ables­bar, tre­ten aber bewusst mit­ein­an­der in Bezie­hung.

Bauen mit dem Bestand – nicht gegen ihn

Eine zen­tra­le Auf­ga­be der Pla­nung ist der Schutz des vor­han­de­nen Baum- und Vege­ta­ti­ons­be­stands. Der über­wie­gen­de Teil der Bäu­me bleibt erhal­ten und wird unmit­tel­bar in das archi­tek­to­ni­sche und land­schaft­li­che Kon­zept ein­be­zo­gen.

Auch kon­struk­tiv reagiert die Pla­nung dar­auf. Teil­be­rei­che des Neu­baus wer­den auf­ge­stän­dert und punk­tu­ell über Schraub­fun­da­men­te gegrün­det. Dadurch las­sen sich groß­flä­chi­ge Erd­ar­bei­ten, Boden­ver­sie­ge­lun­gen und Ein­grif­fe in sen­si­ble Wur­zel­be­rei­che gegen­über einer kon­ven­tio­nel­len Grün­dung deut­lich redu­zie­ren.

Die Frei­an­la­gen füh­ren die­sen Ansatz wei­ter. Was­ser­durch­läs­si­ge Ober­flä­chen, Kies­we­ge, Natur­stein, Rasen­flä­chen sowie Stauden‑, Grä­ser- und Strauch­pflan­zun­gen ver­bin­den Bestand und Neu­bau zu einem gemein­sa­men Gar­ten­raum.

Neue Perspektive für einen historischen Ort

Eine Beson­der­heit des Pro­jekts liegt auch in den pla­nungs­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Das Grund­stück ist im bestehen­den Bebau­ungs­plan bis­lang als Gemein­be­darfs­flä­che für eine Kin­der­ta­ges­stät­te bezie­hungs­wei­se einen Kin­der­gar­ten aus­ge­wie­sen. Die geplan­te Wohn­nut­zung weicht damit von der bis­he­ri­gen Fest­set­zung ab.

Durch die neu­en gesetz­li­chen Mög­lich­kei­ten zur Beschleu­ni­gung des Woh­nungs­baus konn­te für das Pro­jekt eine alter­na­ti­ve pla­nungs­recht­li­che Grund­la­ge geprüft wer­den. Der Aus­schuss für Pla­nung, Bau und Ver­kehr der Stadt Bocholt hat dem Vor­ha­ben im Sep­tem­ber 2026 ein­stim­mig zuge­stimmt.

Damit eröff­net sich die Per­spek­ti­ve, einen lan­ge unge­nutz­ten his­to­ri­schen Ort dau­er­haft zu erhal­ten und mit einer neu­en Nut­zung wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Architektur, die aus dem Ort entsteht

Für uns als Archi­tekt in Bocholt liegt die beson­de­re Qua­li­tät die­ses Pro­jekts im Zusam­men­spiel unter­schied­li­cher Anfor­de­run­gen. Denk­mal­schutz, anspruchs­vol­les Woh­nen, alter Baum­be­stand, Arten­schutz und zeit­ge­nös­si­sche Archi­tek­tur wer­den nicht iso­liert betrach­tet, son­dern zu einem Gesamt­kon­zept ver­bun­den.

Das Köt­ter­haus bleibt der his­to­ri­sche Mit­tel­punkt des Grund­stücks. Der Neu­bau bil­det dazu einen klar erkenn­ba­ren zeit­ge­nös­si­schen Gegen­pol – trans­pa­rent, leicht und eng mit der Land­schaft ver­bun­den.

So ent­steht am Rosen­berg kein blo­ßes Neben­ein­an­der von Alt und Neu, son­dern ein neu­es Ensem­ble, in dem Geschich­te, Archi­tek­tur und Natur gemein­sam wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.

Wo
Bocholt
Was
Nut­zungs­än­de­rung & Neu­bau
Wir
Wir betreu­ten das Pro­jekt in den Leis­tungs­pha­sen 1 bis 4.
Wann
2026
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